Ablegerkasten für fünf Rähmchen im Deutschnormalmaß

Zur Schwarmverhinderung bildet Reinhardt Ableger in selbst gebauten Kästen. Die Ablegerkästen sind einfach und mit wenig Aufwand zu bauen.

Die meisten Imker werkeln gern; und nach der Saison an den Bienen, an den langen Wintertagen, hat man dafür ja auch wieder Zeit und Muße. Deshalb möchte ich hier meinen, in der Zwischenzeit erfolgreich erprobten, Ablegerkasten für fünf Rähmchen im Deutschnormalmaß zum Nachbau vorstellen.
Die Sache war aus der Not geboren: In der Saison 2009 wusste ich einfach nicht mehr, wohin mit den Bienen – die Schwarmstimmung war wegen der aufeinander fallenden Frühjahrstrachten bei mir riesig; ich musste die Völker schröpfen, hatte aber nicht genug Stellplatz in dem winzigen berliner Stadtgarten für noch mehr große Beuten. Also waren kleinere Ablegerkästen gefragt. Die kleinen Beuten sollten lediglich in der Breite einer halben Seegeberger Beute entsprechen. Da blieb nur Selbstbau. Warum nun für fünf Rähmchen? Früher hatte ich es mit dreien probiert, aber das war für eine vernünftige Entwicklung eines Bienenvolkes einfach zu knapp. Der Einsatz war erfolgreich, wie auch die beigefügten Bilder zeigen.

Materialbedarf und Bau
Gebaut sind die Kästen aus 12 mm starken Multiplexplatten, diese bestehen aus Birkenholz in mehrfach verleimten Schichten und sind daher wegen der speziellen Verleimung und der geringen Holzschichtdicke feuchtigkeitsunempfindlich. Am besten lässt man sich im Baumarkt gleich maßgerechte Platten zuschneiden.

Stückliste:
2 Seitenteile 400 x 320 mm (unten für die Zuluft am Boden 10 x 200 mm ausgefräst)
2 Teile 183 x 320 mm, eins als Vorderseite (Flugloch 10 x 105 mm einarbeiten)
und eins als Rückseite (unten 10 x 105 mm als Luftschlitz ausfräsen)
2 Auflageleisten für Lüftungsgitter-Schmalseiten 183 x 15 mm
2 Auflageleisten für Lüftungsgitter-Längsseiten 350 x 15 mm
1 Flugbrett 130 x 100 mm
1 Deckel 412 x 222 mm

Alle Teile werden mit wasserfestem Kaltleim geklebt und mit VA 3,0 x 20 mm Schrauben (mögl. Torx-Aufnahme) zusammengeschraubt; es empfiehlt sich ein Vorbohren der Schraublöcher. Dann braucht man noch Kiefernleisten 20 x 5 mm für die umlaufende Einfassung des Kastens; sie werden mit 12 mm Überstand angenagelt (1,5 x 15 mm Nägel) und zus. verklebt. Zum anderen im Querschnitt von 30 x 5 mm für die Oberkante des Deckels, sie werden bündig angenagelt. Nun fehlt nur noch das Kunststoffgitter (180 x 370 mm) mit kleinem Lochraster aus der Gartenabteilung des Baumarktes, das mit Hilfe einer Heißklebepistole und Schmelzklebers befestigt wird. Zusätzlich kann man noch eine Fluglochsperre als Transportsicherung anbauen. Ich verwende außerdem als Abdeckung auf den Rähmchen keine Folie, sondern eine 2 mm dicke Makrolonscheibe (219 x 410 mm); sie ist stabil, bruchfest und transparent, was eine gute Beobachtung ermöglicht. Diese Abdeckung benutze ich seit über sieben Jahren ohne sie austauschen zu müssen. Mit einem Spachtel lassen sich die Wachsreste abschieben; vor allem aber lässt sich am Rand der Scheibe die wertvolle Propolis ernten.

Viel braucht man also nicht; und mit einem Akkuschrauber ist alles – je nach Geschick schnell oder langsam – zusammengebaut. Sicher lässt sich das Bauprinzip auch für andere Rähmchenmaße entsprechend anpassen.

Ich habe den Kasten in der Schwarmzeit mit einer frisch bestifteten Brutwabe in der Mitte, mit je einer Futterwabe daneben und je einer Mittelwand außen ausgestattet. Es genügt, wenn man die aufsitzenden Pflegebienen mit in den Ablegerkasten nimmt. Die Ableger haben sich gut entwickelt, sodass ich die Völkchen nach kurzer Zeit an Jungimker oder Imkerkollegen, die Verluste erlitten hatten, verschenken konnte; oder aber dass sie zum Ausgleich für eigene Winterverluste zur Verfügung standen. Bei der Ablegerbildung mit der alten Königin kommt in die Mitte eine leere, aber ausgebaute Wabe an Stelle der bestifteten Wabe.

Leinöl für den Anstrich des Kastens ist nicht geeignet, da die Oberfläche dann wegen des guten Nährbodens zur Schimmelbildung neigt. Wasser-lösliches Polyurethan wäre eine Alternative; sollte aber gut 14 Tage ablüften und nicht im Inneren des Kastens verwendet werden.