Bienenverluste 2016/2017 in der Statistik

Wenn die Imkerinnen und Imker, die dieser Internetseite verfallen sind, alles lesen würden, was unserem kleinen Internetbetrieb so zugespielt wird; und wenn sie das dann noch alles glauben würden, dann müssen vor allem den Erfahrenen von uns doch große Zweifel kommen an den Erfolgsaussichten ihrer Arbeit.

Und dennoch wollen wir einige Artikel nicht vorenthalten. Sie erheben den Anspruch seriöser Erhebungen und gehen damit doch in eine völlig andere Richtung im Vergleich zu den Beobachtungen die wir in unserer Zehlendorfer Gruppe so gemacht haben. Wenn wir uns austauschen bei unseren regelmäßigen Treffen, dann können wir in Berlin keine sehr unnormalen Winterverluste an unseren Honigbienen feststellen.

Amerikanische Imker gehen zudem völlig andere Wege; und das Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf eine zeitgemäße Tierhaltung ist mit unseren Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen.

Hat ein Jungimker nur zwei Bienenvölker und bringt davon nur eins durch den Winter, dann hat er einen Verlust von 50% .- so geht Statistik auch. Nur muss man auch hinterfragen, woran das gelegen haben könnte. Das sollten wir einmal für uns erarbeiten und dann der Allgemeinheit mitteilen. Die Varroa ist ein Bösewicht, das wissen wir. Sie ist aber beherrschbar. Dass die Wespen den Bienen vor allem im Herbst ohne Rücksicht auf Verluste zusetzen, sollten wir einmal genauer ansehen. Es kann auch sein, dass eine Königin ausgerechnet im Winter altersschwach wird. Da hat das Volk fürs Überleben ganz schlechte Karten. Und es gibt weit mehr Gründe, die in die Betrachtung einbezogen werden müssen.

In jedem Fall aber müssen wir kritisch bleiben bei allen Statistiken und „wissenschaftlichen“ Erhebungen. Der Honigbiene und den anderen Bestäubern geht es schlecht in den meisten landwirtschaftlich genutzten Regionen. Die chemischen Keulen egal in welcher Ausprägung treffen sie hart, leider immer noch gesetzlich zugelassen.
Vor Kurzem meldeten die Brandenburger Imker Verluste von 40 und mehr Prozent. Monokulturen (damit auch die Pestizide) und Mäuseplagen waren die bevorzugten Gründe. Die unten aufgeführte Statistik spricht von 16,9% Verlust. Das ist dann ein Ende der Wissenschaftlichkeit und der Glaubwürdigkeit. Die Bewertungsparameter sind doch sehr verschieden.

Die Artikel aus dem Berliner Wochenblatt und der Zeitschrift „Garten&Grund“, dass man die Bienenvölker durch den Staudengarten oder eine zeitgemäße Blumenkastenbepflanzung rettet, ist nicht schädlich aber auch nicht der Veröffentlichung wert. Wir werden die Biodiversität auch nicht retten, indem für viel Geld die verkehrsdichtesten Regionen dieser Stadt bienengerecht bepflanzt werden. Das sieht gut aus. Nur die Schaar der Imker, die sich mit ihren Bienen aus sehr unterschiedlichen Gründen auf den exponierten Dächern dieser Stadt aufhält, ist sehr überschaubar trotz der attraktiven Werbung.

Unerwähnt aber darf nicht bleiben, dass es in der Zwischenzeit eine große Anzahl verantwortungsbewusster Wissenschaftler gibt, die sich international austauschen zum großen Verdruss der chemisch industriellen und einiger politischer Lager. Dieser Austausch findet leider mehrheitlich in englischer oder französischer Sprache statt. Das wird einer der Gründe sein, warum diese Erkenntnisse vor allem von der Politik nur sehr selten beachtet oder bewertet werden.

Auch für uns Hobbyimker – immerhin in Deutschland organisiert ca. 115.000 – ist das eine schwere Kost. Wir sind eben doch in der Mehrzahl nicht wissenschaftlich orientiert. Und dennoch kämpfen wir für das Wohlergehen der anvertrauten Tiere. Es geht dabei nicht primär um die Honigernte. Das Ziel ist, mit viel Wissen und Ehrgeiz die Winterverluste der anvertrauten Bienenvölker klein zu halten.

Wer darüber hinaus Interesse hat, den Stand der Wissenschaft im Hinblick auf die Bienenforschung im weitesten Sinne im Originaltext zu erfahren, der soll sich bei uns melden. Dann wird auf dieser Seite auch eine internationale Sparte eröffnet. Dann werden wir das weiterreichen, was man uns zuträgt. Aus unserer Sicht gibt es bis heute trotz aller Institutsbildungen keine verlässliche Einrichtung, die diese Erkenntnisse bündelt und neutral bewertet. Das machen wir auch nicht, weil wir es nicht können. Nur werden wir immer bestrebt sein, möglichst viele Informationen um die Honigbiene und die anderen Bestäuber dem interessierten Imker zu präsentieren.

Reinhardt Löwe
31.05.2017

US-Bienen schon im Aufwind?

26. Mai 2017
  
Vergleichsweise geringe Winterverluste 2016/2017 von 21,1%.

S-Bienenverluste seit 2007
Autor: Bee Informed Partnership

Das vorläufige Ergebnis aus der Umfrage unter den US-Imkern liegt vor. Die Winterverluste der Bienen liegen mit 21,1% deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel von 28,4%. Dieses Ergebnis liegt außerdem um 5,8% günstiger als direkt im Vorwinter 2015/2016. Ist das schon eine Kehrtwende für die USA-Bienen auf dem Weg zurück zur Normalität? Interessant der Vergleich mit Deutschland. Die Verlustzahl für den Winter von 2016 auf 2017 lag hier mit 20,2% nur geringfügig günstiger.

Knapp 5.000 US-Imker machten genaue Angaben zur Überwinterung ihrer Bienen. Sie halten zusammengerechnet rund 364.000 Bienenvölker, das ist ein Anteil von 13% an den insgesamt 2,78 Millionen US-Völkern. Bienenverluste treten aber auch im Sommer auf, deshalb wurde auch die Verlustrate von April bis September 2016 nachgefragt. Alle Umfrageresultate miteinander verknüpft, sind im Zeitraum von April 2016 bis März 2017 USA-weit Bienenverluste von 33,2% eingetreten.

Die Umfrage wurde von 21 Wissenschaftlern und staatlichen Fachberatern unter der Leitung von Dennis vanEngelsdorp durchgeführt. Die heutige Auswertung ist vorläufig und wird zu einem späteren Zeitpunkt noch von einer abschließenden Publikation ergänzt.

Quelle: https://beeinformed.org/2017/05/25/2016-2017-loss-results-thank-you-to-all-survey-participants/

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