Ein schmaler Silberstreif für die Bienen

Ein leichter Hoffnungsschimmer zeigt sich beim Schutz der Bestäuber allgemein und unserer Honigbienen im Speziellen. Politiker in Europa beginnen Augen und Ohren zu öffnen. Dann soll es sich gelohnt haben, dass viele dem Naturschutz verbundene Menschen, der BUND, der NABU und viele seriöse Naturwissenschaftler nie aufgegeben haben. Seit wohl mehr als zehn Jahre hat diese Gruppe versucht, auf die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gefahren hinzuweisen. Gefahren, die hervorgerufen wurden durch weitgehend ungeprüften Umgang mit Pestiziden. Im Beitrag des Tagesspiegel vom 08.März 2016 „Feldforschung im Parlament – Die erneute Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat steht auf der Kippe“ wird berichtet, dass doch nun auch von der Politik die Sachlage kritisch bewertet wird. Dies geschieht vor allem, weil sich selbst die Laboratorien der chemischen Industrie nicht mehr so ganz sicher sind hinsichtlich zumindest gesundheitlicher Gefahren, die durch diesen Einsatz ausgelöst werden. Dagegen sollen europäische Behörden wie die „Efsa“ und das Bundesinstitut für Risikobewertung „BfR“ immer noch zu dem Schluss gekommen sein, dass von diesen Pestiziden keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen besteht. Das sind verheerende Widersprüche. Nur so lange sie bestehen, darf, wenn man verantwortlich handelt, keine Genehmigung für diese Pflanzen und Tiere vernichtenden Mittel erteilt werden.

Selbst der Welt-Biodiversitätsrat muss heute nun doch feststellen, dass von 560 Wildbienenarten in Europa 39 Arten ausgestorben sind. 31 Arten sind vom Aussterben bedroht. Unter der Überschrift „Gefährdete Bestäuber“ sind hier weitere Details im Tagespiegel vom gleichen Tage zu lesen. Natürlich wären das für Bayer, Monsanto und Co gewaltige Umsatz- und Gewinneinbußen. Wenn man aber festgestellt hat, dass bei dem
Verzicht dieser Gifte, der Ertrag sich kaum verändert, dann liegt der Schaden eben nur bei den Konzernen.

Dies alles hat wohl auch unsere Politik in Europa aufgeschreckt. Und es macht sich ein wenig Hoffnung breit, wenn der Tagespiegel am 09.März d.J. berichtet: „ EU vertagt Entscheidung über Glyphosat“. Bis jetzt enthält sich Deutschland noch der Probeabstimmung. Hoffen wir, dass auch Herr Minister Schmidt noch ganz schnell seine Meinung hinsichtlich einer Zulassung dieses Mittels überdenkt. Die bis jetzt wohl noch unschädliche Belastung im Deutschen Bier kann nach Meinung von Experten des BUND ins Lebensmittel gelangen durch die verwendeten Pflanzen oder durch das Grund- und Trinkwasser. Beide Optionen sind eine beängstigend schlimme Vermutung. Hoffen wir also weiter, dass die Vernunft, möglicherweise auch die Angst über die Gewinnaussichten Weniger siegt.

Reinhardt Löwe
09.03.2016