Herbststürme

sie schaden den Bienen nicht

Verfolgt man den Kalender der Blüten, dann geht immer im August/September das gute Jahr für die Bienen und die vielen anderen Insekten vorbei. Sie nutzen die letzten Sonnenstrahlen und die letzten Tage des Jahres, an denen die Temperatur über die Marke von 10°C steigt. In diesem Jahr konnten die vielen Insekten es bis zum Anfang des November schaffen.

Nun aber geht den Meisten doch die Puste aus. Wespen vor allem haben sich auf die Königinnen reduziert. Doch auch der Goldkäfer sucht sich doch wohl schnell den rettenden Misthaufen, nachdem er die letzten Blüten der Herbstaster vernascht hat.

Dazwischen aber feiern wir das wohl verdiente Sommerfest noch schnell im August.
Mal ist es besinnlich, mal nachdenklich, mal anregend und manchmal nur eben
heiter.

Doch vergessen wir auch nicht den Erntedank. Es waren vornehmlich unsere Pflegekinder, die trotz eines nicht gerade von der Sonne verwöhnten Sommers wieder einen reichen Ernteseegen bescheert haben. Ohne Bienen keine Früchte!

Die Zeit wird dunkler; und auch die Imker ziehen sich zurück, ohne eine Kugel bilden zu müssen. Ein Treffen bei den Veterinären in Zehlendorf gab Einblicke in den neuen Wirkungskreis mit neuem Namensschild und einem kleinen aber feinen Bienengarten. Alles wurde registriert, verinnerlicht und denn doch auch verkündet.

Es wurden auch die letzten bienentauglichen Pflanzen aus der Tüte gezogen.Doch das Jahr geht unweigerlich zu Ende mit dem Efeu, der die letzte Pollen- und Nektarspende bereit hält für eine Vielzahl von Insekten.

Die letzten Herbstastern halten durch, bis ihnen das Wasser in diesem Jahr bis zum Halse steht. Nur die Frucht der wilden Rosen leuchtet, bis die Vogelschaar das letzte Winterfutter im Frühjahr 2018 vernichtet hat. Es wird still und friedlich im Garten.

Doch es kommen noch die Stürme des Herbstes, die in diesem Jahr noch vermehrt sogar die ganz Großen noch kippen ließen. Sie hatten häufig nicht mehr rechtzeitig die Blätter verloren. Doch es ist nicht die Sturmkonstante, die ihnen zu Schaffen macht. Es sind die gleich frequenten Böen, die die Statik durcheinanderbringen. Wie schlimm das enden kann zeigt dieser kleine historische Film vom Zerbersten der Takoma Bridge . Da werden auch die staunen, die mit der Statik von Bauwerken nicht so recht vertraut sind.

Was kommt nun noch?

Die Weihnachtsfeier findet noch in geschlossenen Räumen statt. Doch wir arbeiten ja daran, dass wir auch in Nordeuropa bald unter freiem Himmel dies Fest begrillen können – natürlich ökologisch einwandfrei, so wie hier noch im August.

Das gilt dann nur noch für die Städte, da der Herr Minister nun ausgerechnet am 27. November 2017 befohlen hat, die Landwirtschaft bienenfrei zu machen.

Ganz bitter ist das.

Die Varroa beherrscht der Imker in der Zwischenzeit ganz gut. Den Minister aber mit seinen Freunden der Chemieindustrie kann man wohl weder mit Ameisensäuredämpfen noch mit Buttersäure vertreiben. Die Verdunster sind einfach viel zu klein. Wer hätte gedacht, dass unsere Honigbienen und die vielen anderen Insekten einmal so große Feinde haben werden.

Und noch etwas war in diesem Jahr. Es war der Versuch, einen von der psd-Bank ausgelobten Preis zu gewinnen.

Wer lange genug sucht, findet auch unser Logo zwischen den über 100 Bewerbern. Doch wir waren nicht bei den Gewinnern (hier bei der Präsentation am 21.11.2017 in der Urania in Berlin). Aber, es haben viele sozial Benachteiligte Zuwendungen erhalten, die es wahrlich nötiger haben als wir gemeinnützigen Imker eines sehr großen Vereins. Freuen wir uns, dass es uns mehrheitlich gut geht; und dass wir uns weiter gut austauschen können für ein wieder erfolgreiches neues Bienenjahr auch ohne zusätzliche finanzielle Förderung.

Im Namen eines redaktionellen Spitzenteams
Reinhardt
im November 2017

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