Internationale Grüne Woche Berlin 2015

– ein Rückblick –

Fotos © Lutz Gagsch & © IVBZuUeV

Für viele Mitglieder unseres Vereins waren es wieder anstrengende Tage auf der IGW 2015, in der Halle 23a. 18 Imkerinnen und Imker von 137 Mitgliedern des Vereins haben Rede und Antwort gestanden, haben Öffentlichkeitsarbeit geleistet. 450 Arbeitsstunden sind eine Spende für die Bienen unserer Zeit. Es war Lobbyarbeit für die Wild- und Honigbienen, eine vielfach bedrohte Spezies aus der Welt der Insekten, der Tierwelt vor allem aber hinsichtlich der Ernährung der Menschen.

Nun mag der eine oder andere sagen oder denken, dass wir dort Jahr für Jahr das gleiche machen, es aus dem Ärmel schütteln, weil wir doch erfahrene Imker (w+m) sind. Hinsichtlich der Erfahrung ist das sicherlich richtig. Doch die Inhalte dessen, was von uns vertreten wird, ist heute erheblich vielschichtiger als es noch vor 15 Jahren war, als die FU Berlin zusammen mit dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung mit der Betreuung dieses für die Ernährung des Menschen so wichtigen Bereiches begonnen hat.

Was waren also im Rahmen der Aufklärung die wichtigen Themen?

Für uns Imker ist natürlich das Wohlergehen der Honigbiene, die Pflege, der Schutz, die Vermehrung, die Erhaltung der sanftmütigen Rasse der wichtigste Themenrahmen.

Doch auch die verwandten wilden Artgenossen erfreuen sich einer immer mehr gesteigerten Aufmerksamkeit.
In dem Zusammenhang ist das Nahrungsangebot, d.h. die für die Insekten so wichtige Pflanzenwelt von immer größerem Interesse. Das trifft nicht so sehr die uns anvertrauten Tiere und Pflanzen dieser Stadt. Hier ist der Tisch noch reich gedeckt.

Doch die Themenkreise hinsichtlich der so dringend erforderlichen Renaturierung, Rekultivierung und damit Wiederherstellung der Biodiversität, sprich Artenvielfalt, werden von uns nunmehr auch verstärkt bearbeitet, weil wir Menschen uns damit dringend und inhaltlich auseinandersetzen müssen. Hier sind vor allem die landwirtschaftlichen Bereiche anzusprechen.

Dies aber geht einher mit der Riesenproblematik bezüglich des Einsatzes von Pestiziden, Neonikotinuiden und ähnlicher Mittel nicht nur im landwirtschaftlichen Bereich.

Dass der Honig durch die ständig bedrohten Bienen hinsichtlich seiner Herstellung in Gefahr ist, mag zu ersetzen sein, selbst wenn man weiß, welch inhaltsreiches und gesundes Lebensmittel hier zur Verfügung steht.
Das Hauptproblem ist aber, wenn die Bestäubungsleistung der Insekten, vor allem der Honigbienen, ausfällt. Die Bewertung dieser Leistung geht in die Milliarden Euro. Hier wollten wir hinweisen auf die Gefahren und die Möglichkeiten der Rettung bzw. Verbesserung.

Wir haben aber auch die Qualität dieses Lebensmittels aufzeigen wollen, wie sie zu testen ist und wie der Verbraucher die Möglichkeit hat, sich hier zu informieren.

Wir haben weiter gezeigt, welche Faszination von diesen Tieren ausgeht, welches Wunder der Natur uns für dieses Lebensmittel und die vielen anderen Produkte uns aus dem Bienenstock zur Verfügung steht.
Wir haben wieder unseren leckeren Stadthonig verkostet.

Viel Bildmaterial, Poster und Exponate haben uns für die Erklärungen des großen Themenrahmens zur Verfügung gestanden.

Nicht unwesentlich war dabei die Architektur der Halle, in die wir großzügig eingefügt waren. Ein Wildblumenbeet rahmte zwei Monitore ein, auf denen Bienen mit Diashows und in Filmen bei Ihrer Bestäubungstätigkeit gezeigt wurden.

Die mikroskopische und makroskopische Welt unserer Insekten und z.T. der Schädlinge konnten besser deutlich gemacht werden.

Über zwei Rechner konnten wir auf unsere doch sehr ansehnliche Internetpräsenz hinweisen.

Ein erstes Insektenhotel zeigte die Möglichkeiten, wie Jedermann bei der Erhaltung der Artenvielfalt im Insektenreich behilflich sein kann.

Flyer des BMEL und des Verbandes und Infomaterial des Imkerbundes standen dem interessierten Publikum zur Verfügung.

Insofern müssen wir dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vor allem Dank sagen für eine großzügige technische Ausstattung, die uns durch das Ministerium zur Verfügung gestellt wurde; und wir bedanken uns für den wiederum sehr exponierten Standort in der Mitte der Halle.

Es wäre sicherlich gut, wenn wir auch 2016 wieder mit neuer Mannschaft auf der IGW 2016 dem breiten Publikum die Probleme, die immer wieder unterschätzte Wichtigkeit der Bienen insgesamt vorstellen könnten. Das ist mit Arbeit verbunden, aber es geht auch mit viel Freude einher, wenn man sich einbringen kann für die Erhaltung dieser gefährdeten kleinen Tiere.

dR