Kommentar zur Renaturierung / Biodiversität (Artenvielfalt)

Aus Sicht eines Freizeit-Imkers ist es kein Hexenwerk für einen erfolgreichen Neustart Vorschlag für einen Anfang, ohne das Warten auf die Forschung, ohne das Warten auf politische Entscheidungen

A. Was braucht ein Bestäubungs-Insekt zum Überleben?
1. Nektar
2. Pollen
3. Habitate und Nistmöglichkeiten
4. Wasser
5. Zum Fliegen Temperaturen von über 10°C
6. Keine Pestizide

B. Was braucht ein Landwirt für eine Ertragsverbesserung?
1. Insekten als Bestäuber für seine Ertragspflanzen
2. Eine gesundes und nährstoffreiches Bodenbiotop
3. Geeignetes Saat- oder Pflanzgut
4. Wasser

C. Was fehlt der Landwirtschaft somit zunächst?
1. Ausreichend Insekten
2. Trachtangebote für Insekten außerhalb der trachtarmen Zeit im Hinblick auf die Trachten der Landwirtschaftlichen Produkte
3. Imker mit Honigbienen
    a. Honigbienen sind Blüten-stetig
    b. Honigbienen sind Massenbestäuber bei 50.000 Bienen/Volk
    c. Wasserloch oder Feuchtgebiet
4. Naturschutz- und Baumschutzgesetze, weil sich dadurch manche Neupflanzung
für Massentrachtpflanzen erübrigt
5. Was nicht fehlt, sind Insektizide, Neonikotinuide oder ähnlich wirkende
Substanzen.

D. Fragen bei einem Neuanfang
1. Welche Trachtpflanzen sind geeignet?
    a. Welche Gehölze sind geeignet?
    b. Welche Stauden sind geeignet?
    c. Welche einjährigen Pflanzen sind geeignet?
2. Welche Pflanzen sind für welche Insekten geeignet?
3. Wie schaffe ich geeignete Nistmöglichkeiten für welche Insekten?

E. Basisdaten / Grundsätzliches / Entscheidungskriterien

1. Den Insekten stehen im Jahresablauf drei Massentrachtpflanzen in Form von Bäumen zur Verfügung: Ahorn, Robinie, Linde, ein Ergebnis langjähriger Untersuchungen von Imkern in Berlin. Für die späte Zeit des Jahres folgen Götterbaum, Schnurbaum, Bienenbaum und der Efeu als besondere Spezies in begrenztem Umfang.

2. Die unter 1. erwähnten Massentrachten sind vor allem für die Honigbiene von besonderer Wichtigkeit. All diese Gehölze können und sollen gemischt gestellt werden, da die Honigbiene grundsätzlich blütenstetig ist. Der Vorteil für die Durchmischung aber ist, dass sich Krankheiten der Gehölze nicht so leicht
ausbreiten können; und dass Alleen oder Straßenbepflanzungen nicht insgesamt gefährdet sind.

3. Durch diese Blütenschwerpunkte ergeben sich jedoch Lücken trachtarmer Zeit. Diese Lücken sind insbesondere für die nicht domestizierten Insekten wie vor allem die rd. 550 in Deutschland lebenden Wildbienenarten und die anderen Hautflügler wichtig. Obstgehölze, Stauden und Wildblumen sind hier besonders zu fördern. Durch eine ausgewogene und überlegt ausgebrachte Mischung wird sowohl der Artenvielfalt der Pflanzen wie auch der Insekten Rechnung getragen.

4. Bessere Trachtergebnisse für die mageren Zwischenzeiten erreicht man durch die Anlage von Hecken, Förderung von Brachen jeder Größenordnung und die Aussaat von Blühstreifen. Dabei sind die Blühstreifen von untergeordneter Bedeutung. Besser wäre es, durch die Anlage von Hecken und Brachen zusätzlich kleine Biotope zu geschaffen, die dann mit dem anfallenden Laub, Schnitt- und Totholz auch die Habitat- und Nistmöglichkeiten für die Insekten bieten. In der Regel ist dann auch die erforderliche Wasserentnahme für die Insekten gegeben.

5. Die Baumschutzordnung aber ist eins der wichtigsten Kriterien für die Wiederherstellung der Begleitnatur, für die naturnahe Rekultivierung vor allem für die landwirtschaftlich genutzten Bereiche. Es muss bei Strafe verboten sein, Gehölze oder gar Bäume von einer zu definierenden Größe an zu schneiden oder gar zu entfernen. Das gilt sowohl für den öffentlichen wie auch für den privaten Bereich. Es ist weiterhin der Zeitraum des erforderlichen Rückschnitts festzulegen, da dadurch auch die Rückzugs- und Nistmöglichkeiten anderer Tierarten betroffen sind.

F. Trachtpflanzen für die Eignung im öffentlichen und Privaten Bereich

1. Die Entscheidung für die sinnvolle Einbringung unterschiedlicher Trachtpflanzen wird gesondert in Matrizes dargestellt, in denen auf die spezielle Eignung Wert gelegt wird. Es wird die Eignung für den Einsatzort, für die Insekten, den Imker und den Nutzer der landwirtschaftlichen oder öffentlichen
Fläche zu berücksichtigen sein.

Reinhardt Löwe