Imkerreise nach Stróże und Kraków (Krakau) 2015

Mit Mitgliedern und Freunden vom Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.


Mitwoch 9.09.
7:00 Abfahrt – Königin Luise Str.1-3
ca. 13:00 Mittagessen in Gogolin – Restaurant Vertigo, ul. Pl Benedyktyński 1, 47-320 Gogolin, Tel. + 48 77 474 91 02
ca. 14:30 weitere Fahrt nach Stróże Sądecki Bartnik, 33-331 Stróże 235, Tel. + 48 18 445 18 82
ca. 19:30 Abendessen
Donnerstag 10.09.
8:00 Frühstück
9:00 Fahrt nach Jaworzyna Krynicka ul. Czarny Potok 75 33-380 Krynica-Zdrój Tel.+48 18 473 66 24
14:30 Besichtigung der Firma Sądecki Bartnik
19:00 Grillabend
Freitag 11.09.
7:30 Frühstück
8:30 Fahrt nach Wieliczka
10:30 Salzbergwerkbesichtigung Salzbergwerk Wieliczka, Daniłowicza 10, 32-020 Wieliczka, Tel. +48 12 278 73 02
14:30 Fahrt nach Krakau
15:30 Einquartierung – Apart Blue Hotel, ul. Westerplatte 12/7 31-033 Kraków, Tel. +48 12 429 59 34
16:30 Stadtbesichtigung: Kościuszko – Hügel, Festung Krakau …
ca. 18:30 Essen: Gościniec Stradom ul. Stradomska 11, Tel. +48 12 292 22 12
ca. 20:30 Spaziergang zum Hotel durch „Krakauer Planten“
Samstag 11.09.
8:00 Frühstück
9:00 Schloß Wawel, Dom, Königsgruft, Zygmunt Glocke, Drachenhöhle, Marienkirche, Veit Stwosz Altar
15:00 Spaziergang von Wawel zum Barbakan am Markt (Königlicher Weg)
ca. 18:30 Essen Gościniec Floriański ul. Floriańska 21, 31-019 Kraków, Tel. +48 12 341 69 83
Sonntag 12.09.
8:00 Frühstück
10:00 Sukiennice Markt (Krakauer Tuchhallen). Untererdische Tuchhallen, Multimediale Ausstellung – alte Funde neu gesehen.
12:30 Abfahrt nach Berlin
17:00 Essen in Opałkowa Chata, ul. Cieszkowskiego 17, Bolesławiec, Tel. + 48 75 6446262
19:00 Fahrt nach Berlin
ca. 22:00 Ankunft in Berlin; Königin Luise Str. 1-3, 14195 Berlin

Es waren wohl so fünfzig Menschen, die nichts anderes im Sinn hatten und haben, als sich um die Honigbiene und ihre Verwandten zu sorgen.

Es war ein geselliger Haufen, der sich dann dank einer straffen und auf die Minute kalkulierten Organisation von Benedikt zu immer neuen Impressionsfeldern hat transportieren lassen, gestützt durch Sabine als Sekretariat. Da kann man nur Dank sagen und sich verbeugen.

Um das alles noch einmal nachzuempfinden, findet Ihr hier einen ganz kleinen Bilderbogen, eine Auswahl aus einer Bilderauswahl von rd. 2.500 Bildern von Bärbel, Fritz, Reinhardt, Ulrich und Ute.

Und damit auch die Reisestimmung nicht so ganz vergessen wird, ist noch ein Erlebnis-
bericht von Birgit im Originaltext angefügt.

Endlich Krakau. Auf unsere Imkerreise hatte ich mich schon lange gefreut. Einmal im Jahr geht unser Verein auf Reisen. Wir sehen viel Neues. Denn Polen ist – obwohl es unser Nachbarland ist – doch für die Meisten nicht das bevorzugte Reiseziel. Zu Unrecht meine ich. Mich hat die Reise begeistert. Eine Wundertüte von Erlebnissen und neuer Eindrücke. Insgesamt sind wir 1800 Kilometer in 5 Tagen gefahren. Das hört sich viel an. War es aber nicht. Die Reisezeit war sehr kurzweilig, unterbrochen durch Essenspausen, Geschichten und Unterhaltungen im Bus und durch die abwechslungsreiche schöne Landschaft, an der sich mein Auge gar nicht satt sehen konnte.

Unsere Reiseroute:
1. Tag: Anreise nach Stroze
2. Tag: Krynicka,
3. Tag: Wielieczka
4. Tag: Krakau
5. Tag: Krakau und Abreise

Stroze liegt nahe an der Grenze zur Slowakai zwischen den Gebirgsketten der Beskiden und ihrem Gebirgsvorland. Eine hügelige Landschaft, fast wie im Alpenvorland. Quartier bezogen haben wir im Imkerhof der Imkerei Firma Sadecki Bartnik. Dort wurden wir sehr fürsorglich betreut. Eine Mitarbeiterin der Imkerei hat uns bereits an der Landstraße erwartet und den Weg zum Hotel gezeigt. Auf den Ausflügen hat uns immer ein Mitarbeiter der Firma begleitet. Der Imkerhof liegt idyllisch im Wald und ist für Ortsunkundige nicht leicht zu finden. Das Hotel besteht aus zwei Blockhäusern, außergewöhnliche Häuser, zwei Stockwerke mit solider, gediegener Bauweise, jedes Zimmer ist individuell mit Antiquitäten ausgestattet. Das Mobiliar ist sorgsam restauriert und die Zimmer verbreiten einen gemütlichen Eindruck. Jedes Zimmer ist unterschiedlich groß und anders eingerichtet. Dabei haben die Zimmer allen Komfort. Neben dem Hotel befindet sich das Restaurant mit einem Veranstaltungsraum. Dort erwartet uns ein traditionelles polnisches Essen. Sehr schmackhaft. Allein das Kartoffelpüree schon ein Gedicht. Kein Wunder, denn die Zutaten kommen von dem firmeneigenen Bauernhof.

Der Imkerhof der Firma Sadecki Bartnik ist das Lebenswerk der Eheleute Kasztelewicz. Herr Kasztelewicz hat es sich nicht nehmen lassen, uns seinen Betrieb persönlich zu zeigen und vorzustellen. Hauptstandbein der Firma ist die Königinnenzucht. Pro Jahr werden rd. 13.000 Königinnen gezogen und vermarktet. Daneben die eigene Honigproduktion mit über 1.500 Bienenvölkern und die Honigverarbeitung von eigenem und fremdem Honig. Jährlich werden etwa 2.000 t verarbeitet. Die tägliche Kapazität liegt bei 3-4 t. An die Qualität des Honigs wird ein strenger Maßstab angelegt. Der Honig wird vor seiner Verarbeitung einer Qualitätsprüfung im eigenen Labor unterzogen. Die Firma beschäftigt 70 Mitarbeiter und ist die drittgrößte Imkerei in Polen. In Polen gibt es insgesamt 43.000 Imker. Der Honigabsatz im Inland muss noch verbessert werden. Derzeit beträgt der pro Kopf-Verbrauch 700g/Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 1,2 kg/Kopf/Jahr. Erstmals gibt es wieder in diesem Jahr Tannenhonig. Dafür ist der Buchweizenhonig ausgefallen. Der Imkerhof ist ein richtiges Kleinod. Ich kenne nichts Vergleichbares in Deutschland. Der Imkerhof beherbergt neben dem bereits beschriebenen Hotel, auch ein Restaurant, Honigverarbeitungsanlagen und noch ein Bienenmuseum, ein Lädchen für die Museumsbesucher, Streichelzoo mit Spielplatz und ein Freilichtmuseum. Alle Einrichtungen fügen sich wunderbar in die Landschaft ein. Eine Oase für die Seele in unserer hektischen Welt. Erholung pur. Das Auge kann sich gar nicht satt sehen. In der Ferne schimmern die Ausläufer der Beskiden. Den Mitarbeitern ist anzumerken, dass sie dort gerne arbeiten. Hohes Engagement und eine große Begeisterung für die Arbeit springen richtig auf uns über. Spannend wird uns die Geschichte des Imkermuseums und die Entstehung des Freilichtmuseums erzählt. Im Jahr 2000 hat ein in Polen bekannter Bienenzüchter seine Sammlung von alten Bienenstöcken und Imkerzubehör zum Verkauf angeboten. In 50 Jahren hatte der Bienenzüchter eine große Sammlung von Bienenstöcken, darunter Klotz-, Figural-, Einbau-, Rahmenstöcke zusammen getragen. Dadurch entstand die Idee mit dem Bienenmuseum. Besonders beeindruckt hat mich der Prototyp unserer Rähmchenbeuten. Ein blinder Erfinder hat sie bereits 1780 konstruiert. Die Rähmchen sind wie ein Buch zusammengebunden. Später sind die Schauräume über die Honigbiene mit Beobachtungsbeuten, das Freilichtmuseum und der Tiergarten hinzugekommen. Dadurch ist es möglich, das Thema „Biene“ den Kindern abwechslungsreich näher zu bringen. Eine Biene lässt sich eben nicht streicheln. Dafür aber die Tiere in dem Streichelzoo mit Ziegen, Schafen, Ponys und Schweinen und Federvieh. Auch Erwachsene sehen sich die Tiere gerne an. Die Ziegen, ganz beglückt, dass sie gemolken wurden.

Gestärkt mit leckeren Hefekuchen ging es dann zu einem Ausflug in die weitere Umgebung. Dazu hat uns die Firma Sadecki Bartnik einen Mitarbeiter als Begleitung mitgegeben. Dadurch haben wir unsere Ziele ohne viel Suchen gefunden. Als erstes ging es weiter zu einem Imker, der seine Völker in den Bergen hat. Seine selbst gebauten Beuten sind eine Augenweide. Der Imker liefert auch nach Deutschland.
Danach Weiterfahrt nach Krynicka. Der Ort liegt 741 m hoch. Der Ort hat sich bereits Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem Kurort entwickelt. Er gilt als die Perle der polnischen Bäder mit sieben Quellen. Ältestes Gebäude der Stadt ist die 1815 erbaute Trinkhalle Slotwinka. Das Wasser soll helfen, Störungen des Verdauungs- und Harntraktes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und des Stoffwechsels zu beheben. Krynica ist auch Ausgangspunkt für viele Touren in die umliegenden Berge des Poprad-Landschaftsparks. Auf die nahe gelegene Jaworzyna Krynicka (1114 m) sind wir mit einer Gondelbahn gefahren. Herrliche Blicke in die schöne Umgebung. Der Ort scheint auch beliebt bei Wintersportlern zu sein. Still stehende Sessellifte warten auf die kommende Wintersaison.

Am dritten Tag Weiterfahrt nach Krakau mit Halt in Wielieczka. Dort befindet sich das Salzbergwerk Wieliczka. Es ist seit 1978 UNESCO-Weltkulturerbe. Die Geschichte des Bergwerks ist auf ein Wunder zurückzuführen. Als die Prinzessin Kinga zur Hochzeit mit Herzog Boleslaw nach Polen kam, war sie einen Brillantring in eine Schlucht und prophezeite, dass dort, wo der Ring wiedergefunden wird, ein Schatz versteckt sei. Die Bewohner von Wieliczka stiegen die Schlucht hinab und entdeckten den Ring auf weiß glänzendem Gold. Salz. Damals im Mittelalter war Salz fast genauso teuer wie Edelmetall. Von einem Bergmann sind wir in die Tiefe des Bergwerks geleitet worden. Viele Treppenstufen ging es hinab. In der Tiefe befindet sich ein Labyrinth von Gängen. Dann tun sich wieder Salzseen, imposante Kammern mit in Salz gehauhenen Skulpturen auf. Auch befindet sich dort eine riesige Kapelle mit Reliefs und Kronleuchtern. Alles – auch die Kronleuchter – sind aus Salz. Täglich besuchen etwa 7.000 Touristen das Salzbergwerk. Eine logistische Meisterleistung der Führer, es so vielen Besuchern zu ermöglichen, sich das Salzbergwerk anzusehen. Das Salzbergwerk ist nicht mehr in Betrieb. Genutzt wird noch das Sanatorium. Mir ist die Luft dort unten gut bekommen. Ich habe sie als angenehm mild empfunden. Krakau gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe. Die Stadt wurde während der letzten Kriege nicht zerstört. Daher verfügt die Stadt über einen architektonischen Reichtum und hat dieses Erbe auch archäologisch in den letzten Jahren umfangreich untersuchen lassen. Daraus ist ein sehr sehenswertes Museum unter dem Rynek (Marktplatz) entstanden. Ein Führer hat uns eineinhalb Tage durch die Stadt begleitet. Wir müssen aber wiederkommen, da nicht alles zu schaffen war. Allein mindestens einen Tag braucht der Besucher schon für den Wawel. Der Wawel ist ein monumentales Bauwerk. Ein Zentrum weltlicher und geistlicher Macht. Ein Satz ohne Verb? Auch hier wieder sehr viele Touristen. Ein Besuchermagnet ist die gesamte Anlage. In der Wawel-Kathedrale ließen sich viele Polnische Könige krönen und auch bestatten. Die Kathedrale ist prächtig ausgestattet. Auch von außen. Auffällig ist die goldene Kuppel. Über eine sehr enge Stiege geht es zum Sigismund-Turm hinauf. Unterwegs sehen wir die 1520 gegossene Sigismund-Glocke. Sie ist die größte Glocke in Polen. Ihr Klang soll bis weit hinter Krakau hinaus klingen. Neben der Kathedrale ist das Wawel-Schloss. Sehr elegant sind die dreigeschossigen Arkaden und der weite Innenhof. Im Schloss erwartet uns eine Überraschung: Die Dame mit dem Hermelin. Das berühmte Bild von Leonardo da Vinci wohnt im Schloss. Durch die Drachenhöhle sind wir dann hinabgestiegen zur Weichsel. Vor dem Eingang steht ein großer Drache, der noch täglich Feuer speit. Von dort sind wir zur Marienkirche gegangen. Viele Unterbrechungen waren nötig, weil sich viele Sehenswürdigkeiten auftun. Die Marienkirche steht am Rynek. Es ist das größte und schönste Gotteshaus der Stadt. Wer sie nicht sehen kann, kann sie aber hören. Zu jeder vollen Stunde erschallt vom goldgekrönten Turm eine Trompetenmelodie. In alle vier Himmelsrichtungen wird sie nacheinander geblasen. Sie bricht nach wenigen Takten abrupt ab. Das geschieht in Erinnerung an einen tapferen Turmwächter, dessen Kehle beim Blasen von einem Pfeil durchbohrt wurde. Blickfang in der Kirche ist der berühmte Altar von Veit-Stoß. Ein Traum in Blau und Gold. Herrlich anzusehen. Ein Meisterwerk.

Birgit Hach-Klarholz

Nahaufnahmen