Auf der 85. Grüne Woche in Berlin – der Imkerverein Zehlendorf ist auch wieder dabei

Der Imkerverein Zehlendorf engagiert sich seit vielen Jahren in Kooperation mit der FU Berlin auf der Grünen Woche. So auch wieder im Januar 2020.

Der Bienen-Informations-Stand befindet sich in der Halle 23a. Es ist die Halle des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Dekoration der Halle passt zu den präsentierten „grünen“ Themen. Künstliche Bäume hängen von der Decke, in der Mitte der Halle befindet sich ein Teich mit sprudelndem Wasser. Rings herum eine bunte Bepflanzung mit einjährigen Pflanzen. Die Hauptwege der Halle sind blau und symbolisieren einen Fluss. So haben es wohl auch die Besucher verstanden und sind dem Fluss des „Lebens“ gefolgt. Unser Info-Stand lag strategisch günstig direkt am Ufer des „Flusses“. Die Ufer blühten gelb und blau. Den Raps kannten fast alle Besucher, die Phazelie war deutlich weniger Besuchern bekannt. Mittendrin im Blütenmeer war ein großes Insektenhotel, ca. 3 Meter hoch, aufgebaut. In dem Blütenmeer stand eine Klotzbeute, sehr dekorativ anzusehen. Auf der Vorderseite der Klotzbeute war in das Holz ein freundlich aussehender Bär geschnitzt. Neben der Klotzbeute standen 6 durchsichtige Säulen gefüllt mit Birnen, Rapssaat und Sonnenblumenkernen. Es wird jeweils der Ertrag mit und ohne Bestäubung durch Bienen verglichen. Die Birne hätte ohne Bienen einen ca. 80 v.H. geringeren Ertrag. Beim Raps würde die Ernte um 30 v.H. und bei den Sonnenblumen um 50 v.H. geringer ausfallen.

Die Rückseite des Bienenhauses zeigt eine überdimensionierte Bienenwabe. In einem leuchtenden Gelb macht die Wabe auf sich aufmerksam. Einige Zellen sind mit einem Deckel verschlossen. Auf dem Deckel steht eine Frage. Wenn der Deckel durch den Besucher aufgeklappt wurde, konnte dieser prüfen, ob er die Frage richtig beantwortet hat. Besonders die Kinder haben die Klappe gerne hochgehoben. Leider waren die Klappen zum Teil zu hoch angebracht. Die kleineren Kinder mussten sich sehr auf die Zehenspitzen stellen, um die Klappe hochzuheben. Zusätzlich gab es am Computer ein Quizz. Das wurde besonders von Kindern gerne gelöst. Es gab drei Schwierigkeitsgrade. Mit dem Level 1 kamen die meisten Kinder gut zurecht. Besonders gut Bescheid wussten die Kinder, die das Thema Bienen – meist in einer Projektwoche – bereits aus dem Schulunterricht kannten.

Der Renner bei Groß und Klein war der Blick in das Nest der dunklen Erdhummel. Das Nest befand sich in einem einsehbaren Kasten. Über einen Gang gelangten die Hummeln in ein Blumenhaus. Nur ab und zu ließ sich die Königin sehen. Die Hummelkönigin ist etwa 3x so groß wie die Arbeitsbiene. Zuchtnester mit Hummeln kommen im Gewächshaus-Gemüseanbau zum Einsatz. Im Gegensatz zur wesentlich volkstärkeren Biene (20.000-60.000 Bienen) ist das Hummelvolk mit 60-300 Hummeln pro Volk deutlich kleiner. Vom Hummelvolk überlebt nur die Königin, die das Volk im Frühjahr alleine aufbaut. Bei der Biene überlebt das ganze Volk und steht bereits im zeitigen Frühjahr für eine Bestäubung zur Verfügung. Festzuhalten ist, dass die Biene unersetzbar ist.

Gerne wurde von den Besuchern der Honig gekostet. Auf einer Waffel wurde der Honig getropft. So gab es keinen Abfall in Form von Probierstäbchen. Zwei verschiedene Sorten Honig standen zur Wahl.

Von 10 bis 18.00 Uhr strömten die Besucher in die Messehalle. Wir waren ständig 5 Personen am Stand. Diese 5 Personen waren auch erforderlich. Fast ununterbrochen führten wir Gespräche mit interessierten Besuchern. Die Gespräche waren sehr vielseitig. Es kamen Imker, aber auch Naturfreunde, die Rat suchten oder ihre Erfahrungen weitergaben. Gefragt wurde z.B., wie nimmt die Hummelkönigin den nach Anleitung gebauten Hummelbau an, oder was mache ich mit dem verlassenen Hornissennest im Vogelhäuschen. Viele Besucher zeigten uns Fotos von seltenen Insekten aus dem eigenen Garten. Aber auch Besucher, die sich bisher nicht so sehr für Insekten interessiert hatten, waren für Informationen zugänglich. Sehr intensiv ließen sich auch Besucher beraten, die an Imkerkursen interessiert waren.

Der Tag ist nur so dahingeflogen. Für mich steht bereits jetzt fest. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei, am Bienenstand in der Halle 23a. Die Grüne Woche ist eine ganz besondere Messe.

Birgit Hach-Klarholz, im Januar 2020

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